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Der komplette Leitfaden für Outdoor-Aktivitäten am Passo Costalunga: Sommer, Winter und das ganze Jahr

Veröffentlicht am 13. April 2026 · 7 Min. Lesezeit

Auf 1.753 Metern Höhe, genau dort, wo sich Catinaccio und Latemar gegenüberstehen, liegt ein Ort, den Bergliebhaber niemals unterschätzen sollten. Der Passo Costalunga — auf Deutsch Karerpass — ist nicht nur ein Straßenpass zwischen dem Fassatal und dem Eggental: Er ist ein natürlicher Knotenpunkt, von dem aus Wanderwege, Skipisten, Radrouten und einige der intensivsten Erlebnisse ausgehen, die die Dolomiten zu bieten haben.

Ob Sie einen Sommerurlaub an der frischen Luft planen, ein Wochenende im Schnee oder einfach einen Ort suchen, an dem Sie wirklich durchatmen können — dieser Leitfaden sammelt alles, was Sie vom Pass aus unternehmen können, Saison für Saison, Niveau für Niveau.

Sommer: Wanderungen, Trekking und Mountainbike

Der Sommer am Passo Costalunga ist der Moment, in dem sich das Gebiet vollständig öffnet. Die Wege sind schneefrei, die Schutzhütten öffnen wieder und die Landschaft zeigt eine Farbtiefe, die vom dunklen Grün der Fichtenwälder bis zum hellen Grau des Dolomitgesteins in der Höhe reicht.

Leichte Wanderungen vom Passo Costalunga

Für alle, die Spaziergänge ohne große Höhenunterschiede suchen, ist der Pass ein idealer Ausgangspunkt. Der Weg vom Pass zum Karer See durch den Latemarwald gehört zu den beliebtesten Wanderungen der Gegend: etwa eineinhalb Stunden zwischen Resonanzfichten — so genannt, weil ihr Holz mit seiner außergewöhnlich gleichmäßigen Maserung von Geigenbauern für die Resonanzdecken von Streichinstrumenten verwendet wird.

Eine weitere zugängliche Option ist der Perlenweg (Sentiero delle Perle), ein Panoramaweg, der den Pass über Baita Masarè mit dem Nigerpass verbindet. Es ist ein breiter, gut markierter Weg mit moderatem Höhenunterschied und offenen Blicken auf den Catinaccio über fast die gesamte Strecke.

Trekking am Catinaccio und Latemar

Für diejenigen, die etwas Anspruchsvolleres suchen, bieten die beiden Gebirgsgruppen, die den Pass einrahmen, Routen auf hohem Niveau.

Die Wanderung zur Kanzel der Cima Pope startet direkt vom Pass auf dem Weg 17 durch das Latemar-Bergkino bis auf 2.328 Meter Höhe. Es ist eine Route für erfahrene Wanderer, die eine gute Ausrüstung und Schwindelfreiheit erfordert, aber mit einem 360-Grad-Panorama auf das Fassatal, die Marmolada und die umliegenden Dolomiten-Gruppen belohnt.

Auf der gegenüberliegenden Seite bietet der Catinaccio Zugang zur Roda di Vael und zur Paolina-Hütte über die Seilbahn, die vom Gebiet Carezza abfährt. Von dort eröffnen sich Routen, die von Panoramawanderungen bis zu alpinem Trekking reichen, mit der Möglichkeit, Hütten für mehrtägige Touren zu verbinden.

Mountainbike und Rennradfahren

Der Passo Costalunga ist mit dem Fahrrad über die Landesstraße SS241 erreichbar, sowohl vom Eggental als auch vom Fassatal aus. Für Rennradfahrer ist der Anstieg von Welschnofen ein Klassiker: 14,2 km mit 750 Höhenmetern, als anspruchsvoll eingestuft.

Für Mountainbike und E-Bike bietet das Gebiet Strecken, die sich durch die umliegenden Wälder ziehen und an das Trailnetz des Eggentals anschließen. Mehrere E-Bike-Ladestationen stehen entlang der Strecke und an Einkehrpunkten zur Verfügung.

Der Karer See

Gleich hinter dem Pass in Richtung Eggental liegt der Karer See — wahrscheinlich der meistfotografierte Bergsee der Dolomiten. Das kristallklare Wasser spiegelt die Zacken des Latemar wider und schafft ein Bild, das allein die Reise rechtfertigt.

Der See ist auch zu Fuß vom Pass über Waldwege erreichbar und ist der natürliche Endpunkt mehrerer Wanderungen. In den Sommermonaten füllt sich der Parkplatz schnell: Zu Fuß vom Pass zu gehen ist oft die klügere Wahl — und zudem die schönere.

Winter: Skifahren, Schneeschuhwandern und Winterwanderungen

Der Winter verwandelt die Landschaft am Passo Costalunga vollständig. Die Skipisten reichen direkt bis zum Pass, der Skibus hält vor den Unterkünften und das gesamte Skigebiet Carezza erwacht für eine Saison von Dezember bis April zum Leben.

Skifahren in Carezza Dolomites

Das Skigebiet Carezza ist ideal für Familien und Skifahrer mittleren Niveaus, mit Pisten, die sich zwischen Catinaccio und Latemar erstrecken. Die Besonderheit ist die Lage: Man fährt Ski mit den Dolomitwänden zum Greifen nah — ein visuelles Erlebnis, das nur wenige Skigebiete weltweit bieten können.

Vom Pass starten direkt die Sessellifte König Laurin und Paolina sowie die Gondel Hubertus. Die Verbindung nach Obereggen über die Latemar Ronda und zur Sellaronda (in etwa 20 Minuten mit dem Auto erreichbar) erweitert die Möglichkeiten für alle, die mehr Pistenkilometer suchen.

Wer das Skifahren zum ersten Mal ausprobieren oder seine Technik verbessern möchte, findet Skischulen und Verleihstationen nur wenige Schritte von den Liften entfernt. Der Verleih direkt am Passo Costalunga erspart den Transport der Ausrüstung.

Schneeschuhwandern und Winterwanderungen

Der Schnee eröffnet eine andere Dimension der Sommerwege. Vom Pass führen markierte Schneeschuhrouten über die Wege 21, 13 und 17 zu den Latemarwiesen bis zur Malga Latmor Alm, wo sich auch das Latemar-Bergkino befindet. Eine weitere Option ist die Schneeschuhwanderung zu den Tre Baite (Drei Hütten) auf dem Weg 548 in Richtung Roda di Vael-Hütte.

Die Winterwanderung vom Pass zum Karer See ist ein Klassiker, den man mindestens einmal gemacht haben sollte: Der Weg führt durch den verschneiten Latemarwald, und die Ankunft am zugefrorenen See mit dem Dolomitenpanorama rundherum ist ein Bild, das bleibt.

Das ganze Jahr: die Enrosadira und der Sternenhimmel

Einige Erlebnisse am Passo Costalunga hängen nicht von der Jahreszeit ab. Sie sind an das Licht, den Himmel und die einzigartige Lage dieses Ortes zwischen zwei Dolomiten-Massiven gebunden.

Die Enrosadira bei Sonnenuntergang

Jeden Abend, wenn die Sonne hinter den Gipfeln versinkt, geschieht etwas, das das ladinische Wort „Enrosadira" — wörtlich „rosa werden" — perfekt beschreibt. Die Wände des Catinaccio entflammen in Farbtönen von Gelb über tiefes Rot, intensives Rosa und Violett, bevor sie langsam im Blau des Abends verblassen.

Das Phänomen wird durch die Zusammensetzung des Dolomitgesteins verursacht, das reich an Kalzium- und Magnesiumkarbonat ist und das Licht der tiefstehenden Sonne mit einzigartiger Intensität reflektiert. Im Winter sind die Farben dank der klaren Luft und des Kontrasts zum Schnee noch kräftiger.

Die ladinische Sage von König Laurin verleiht dem Phänomen eine poetische Seele: Der König der Zwerge, verraten von seinem Rosengarten am Catinaccio, verfluchte die Blumen, sodass niemand sie jemals bei Tag oder bei Nacht sehen könnte. Doch er vergaß die Dämmerung. Und deshalb, so erzählt die Tradition, blühen die Rosen jeden Abend weiter an den Bergwänden — das Alpenglühen, wie es im Deutschen genannt wird.

Vom Passo Costalunga aus ist der Blick auf den Catinaccio bei Sonnenuntergang einer der direktesten und spektakulärsten in den Dolomiten. Keine besonderen Wanderungen oder Aussichtspunkte sind nötig: Die Terrasse des eigenen Zimmers genügt, um dem Schauspiel beizuwohnen.

Der Sternenhimmel

Die Höhenlage, die Abwesenheit von Lichtverschmutzung und die saubere Luft machen den Passo Costalunga zu einem natürlichen Beobachtungspunkt für den Nachthimmel. Mit bloßem Auge ist in klaren Nächten die Milchstraße mit einer Klarheit sichtbar, die Stadtbewohner längst vergessen haben.

Für Astronomie-Begeisterte oder einfach für alle, die das Erlebnis eines ungefilterten Himmels suchen, ist dies einer der weniger bekannten, aber eindrucksvollsten Gründe, den Passo Costalunga als Ausgangspunkt für einen Bergurlaub zu wählen.

Anreise und praktische Informationen

Der Passo Costalunga ist über die SS241 erreichbar, sowohl vom Fassatal (von Vigo di Fassa) als auch vom Eggental (von Welschnofen). Der nächste Flughafen ist Bozen, während Verona und Venedig die Optionen für internationale Flüge sind.

Die Buslinie 180 verbindet den Pass mit Bozen, Welschnofen, dem Karer See und dem Fassatal mit regelmäßigen Verbindungen. Im Sommer füllen sich die Parkplätze am Pass schnell, besonders an Wochenenden: Öffentliche Verkehrsmittel sind eine praktische und bequeme Alternative.

In den Wintermonaten können die Straßenverhältnisse Schneeketten oder Winterreifen erfordern. Es ist immer ratsam, die Straßenverhältnisse vor der Abfahrt zu überprüfen — über die Landesverkehrszentrale.

Übernachten am Passo Costalunga

Direkt auf dem Pass zu übernachten, anstatt in den Taldörfern, bietet einen konkreten Vorteil: Die unmittelbare Nähe zu Wanderwegen, Skiliften und Aussichtspunkten macht tägliche Fahrten überflüssig und ermöglicht es, die Berge vom frühen Morgen bis zum Enrosadira-Sonnenuntergang zu erleben.

Das Costa Lunga House befindet sich genau auf dem Pass, auf 1.753 Metern Höhe, in privilegierter Lage zwischen Catinaccio und Latemar. Der Winter-Skibus hält vor der Unterkunft, der Karer See ist zu Fuß erreichbar und die private Terrasse ist eine natürliche Bühne für die abendliche Enrosadira.

Es ist eine Ferienwohnung für alle, die die Unabhängigkeit eines eigenen Zuhauses und die Fürsorge einer aufmerksamen Gastfreundschaft wünschen: Self Check-in, ein Willkommenskorb mit lokalen Ökoprodukten und eine diskrete, aber stets verfügbare Betreuung.

Haben Sie Fragen zu bestimmten Aktivitäten, Wanderwegen oder saisonalen Bedingungen? Schreiben Sie uns direkt: Wir sind das ganze Jahr hier und kennen jeden Winkel dieses Gebiets.